Erzählungen aus meinem Leben

Zum Starnberger See mit 50ccm:

Vom 29.06.2003 bis 01.07.2003 plagte mich wiedermal das Fernweh und die Lust, etwas Ausgefallenes zu machen. Der Suzuki-Roller mit seinen 50ccm und noch 50km/h Höchstgeschwindigkeit war zwar schon im gesetzteren Alter, jedoch optisch und technisch noch recht fit. Eben gerade diese ungewisse Zuverlässigkeit war schon ein Reiz, diese Strecke in Angriff zu nehmen.


Die Tourenplanung an sich war schon aufwändig. Es durften aufgrund der gegebenen Höchstgeschwindigkeit keine Autobahnen und Kraftfahrtstraßen benutzt werden. Letztere waren auch auf dem von mir verwendeten Kartenmaterial nicht eingezeichnet. Bundesstraßen wollte ich ebenfalls meiden. Einmal wegen dem zu erwartenden regen Verkehr und wegen der ziemlich geradlinigen Streckenführung. Diese ist schon mit einem richtigen Motorrad langweilig - und dann erst mit einem Moped-Roller. Also nahm ich gerne Umwege in Kauf.

Die Fahrt begann irgendwann am frühen Abend des 29.06.2003. Den Roller aufgepackt mit Zweimann-Zelt, Schlafsack und sämtlichem nötigen Camping-Zubehör. Schlafen wollte ich in dieser Nacht irgendwo in Form von Wild-Campen im Zelt. Aber die Fahrerei hatte mich so gefesselt, daß ich gar nicht an eine geeignete Schlafstelle dachte. Erst um Mitternacht stoppte ich an einer Feldscheune, in der ich mich für ein paar Stunden in den Schlafsack packte.

In Seeshaupt am Campingplatz angekommen, wurde das Wetter zunehmend bewölkter und es regnete zeitweise. So verschob ich Tag für Tag meine geplanten "Gegenderkundungen". Das Wetter war es, warum ich am 01.07.2003 die Heimreise angetreten habe.

Mein erster „Krabbler“:

Marke „Adly“, 50ccm, 45km/h, Moped-kennzeichen. Dies war mein erstes ATV. Hinten ein Anhänger, eigentlich für Mofas gebaut und ein Wäschekorb als Kofferraum. So erkundete ich die Taug-lichkeit dieser Fahrzeuge für mich. Damals hatte ich noch einen kleinen Obstgarten und es war erstaunenswert, was das kleine Motörchen alles an Gartenmaterial ziehen konnte.



Aber auch tolle Ausfahrten durchs mir damals nahe gelegene Altmühltal habe ich damit erlebt.

Weiteste Entfernung war übrigens ein Besuch bei meinen Eltern ins gut 150km entfernte Ansbach. Eine Tagestour, ein harter Ritt, aber schön war´s trotzdem.

Fast hätte ich vergessen, über meinen Indoor-Heli zu berichten:

Nach wirklich nur einige Minuten dauernden Anfängerproblemen hatte ich die „Zimmernervensäge“ (wie Klaudia ihn nennt) recht gut im Griff. Ein paar Flugminuten weiter ist das Umkreisen von Stehlampen und Deckenflutern kein Problem mehr. Natürlich sind Kurven und Geradeausflug allgemein nicht mit dem Flugbild echter Hubschrauber oder „richtigen“ ferngesteuerten Helis zu
vergleichen. Es ist alles etwas ungenauer und eckiger. Wenn man den (natürlich kalten) Elektroherd zum Hubschrauberlandeplatz zweckentfremdet und auf diesem auch landet, kann man dies schon als Punktlandung bezeichnen. Beim Überflug über eine Bratpfanne mit Steaks und einem Topf voller kochender Kartoffeln wird sogar dem Piloten warm. Bei diesem Flugmanöver ist mit Thermik aus der Pfanne und Sogwirkung von der Dunstabzugshaube zu rechnen! Die beste aller Frauen während ihrer Kochaktivitäten mittels Indoor-Helikopter zu umschwärmen ist nicht zu empfehlen! Dabei erhitzt sich nämlich deren Gemüt. Mittlerweile schaffe ich es, bei Flügen im Wohnzimmer durch die Durchreiche in der Mauer Richtung Küche dezent abzuhauen. Eine durchaus wichtige Flugmission, die ständig geübt werden sollte. Während der weibliche Segen des Hauses gespannt einer Fernsehsendung folgen will und sich über die surrende Lärmbelästigung und zeitweise fehlende freie Sicht zum Bildschirm beschwert, ist ein Zimmerwechsel auf diese Art ein gelungener Abgang. Der einzige, der sich an meinen Flugshows nicht mehr interessiert ist mein Kater, Mr. Niesler. Sein anfänglicher Spiel- und Jagdtrieb, der dem Hubschrauber schwere Abstürze kostete, hat sich mittlerweile zum Desinteresse zurückentwickelt. Nicht nachahmenswert sind tiefe Überflüge über volle Aschenbecher, besonders wenn die Hausfrau vorher alles geputzt hat. Die Asche verteilt sich durch den Wind des kleinen Hubi wunderbar im Umkreis. Zur Vermeidung weiterer Aggressionen werde ich es künftig auch bleiben lassen, den Kopf der Liebsten während ihrer Lieblingsfernsehsendung zu umschwirren.
Fazit: Alles in Allem ein tolles Spielzeug für Jung und Alt. Idealer Zeitvertreib bei den Werbepausen während eines Spielfilms.

Mitbewohner aus fernen Ländern:

Es ist wirklich faszinierend und widerspricht sämtlicher Vorurteile: Sohnemann Christopher zählt Kornnattern und Boa zu seinen engsten Freunden. Klaudia hat nette Leoparden-Gekkos und einen Wasseragame. Es ist faszinierend, wenn die Schlangen ihre Nahrung aufnehmen, die Gekkos die Zunge nach Kleingetier ausfahren oder der Agame gemütlich eine Heuschrecke kaut. Alle sind übrigens seit Jungzeit an den Menschen gewohnt und nicht nur zahm, sondern liebevoll-zutraulich! Die Tiere sind weder schleimig, kitzelig, noch sonst irgendwie ekelig! Auch ich lasse sie gerne auf mir spazieren gehen und genieße die Gelassenheit, die sie ausstrahlen.

Anfängliche Bedenken meinerseits bezüglich Problemen mit meinem Kater bestätigen sich keines-falls. Alle leben genüsslich nebeneinander.